Brisante Pläne über eine mögliche Flucht des obersten Führers im Iran lassen aufhorchen. Iraner investieren aus Angst vor Hyperinflation in Stablecoins, was die Landeswährung Rial noch weiter abstürzen lässt. 

Die Kundgebungen in der iranischen Hauptstadt Teheran richten sich gegen den desaströsen Wertverfall der Landeswährung und das politische Regime um Ali Chamenei, der seit 1898 als politisches und religiöses Oberhaupt auch die wichtigen staatlichen Institutionen sowie die Streitkräfte kontrolliert. 

Welche Gründe gibt es im Iran für die Hyperinflation?

Neben den weltweiten Sanktionen, die sich gegen den Iran und seinen totalitären Machthaber richten, sind es jahrelange Versäumnisse für Modernisierungen und eine angepasste Wirtschaftspolitik, die zur extrem hohen Inflation in dem isolierten Land führt. Im Jahr 2022 gab es für 1 US-Dollar 430.000 Rial, im vergangenen Jahr waren es schon 1,4 Millionen Rial, die man für den Gegenwert von 1 US-Dollar ausgeben musste. 

Irans Währungskrise legt fast den gesamten alltäglichen Handel lahm und führte zu einer Inflationsrate von 42 %, punktuell sogar 53 %. Im Jahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise um mehr als 72 %, währenddessen die effektiven Löhne für die Iraner im selben Zeitraum schneller sanken. Die Wut ist da, wird jedoch in ihren Ausbrüchen von den strengen Regeln und den Militäreinheiten im Land unterdrückt.

Warum kaufen Iraner Stablecoins?

Es ist kaum möglich, gegen die staatliche Willkür und das jahrzehntelange Oberhaupt anzugehen. Rette sich, wer kann, bzw. sein Geld. Auch wenn der politische Widerstand überall spürbar ist, zuletzt schlossen die Händler auf dem zentralen Basar mit hoher Symbolkraft ihre Läden, so kommt es doch nicht in Betracht, dass sich eine zentrale Protestwelle formt. 

Wer kann, investiert sein Geld in Stablecoins und rettet es so vor dem Verfall. Wie britische Geheimdienste jetzt enthüllten, gibt es schon Pläne für eine mögliche Mullah-Flucht nach Russland. Die Verhaftung von Maduro durch die USA hat noch einmal einen gewissen Auftrieb in die Bevölkerung Irans gebracht. Dabei hat es vor allem die Mittelschicht geschafft, sich Gehör zu verschaffen. 

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Es sind genau sie, die die drohende Hyperinflation des Landes besonders hart trifft. Während staatsnahe Unternehmen und privilegierte Insider von halb offiziellen und freien Marktpreisen profitieren, müssen sie sich mit den brutalen Preisen für alltägliche Dinge auseinandersetzen und zusehen, wie ihnen die Kunden wegbrechen.

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Schwindendes Vertrauen in den Rial und das Regime

Plötzlich macht auch die oberste Liga in Kryptowährungen und so ist es möglich, berichtet die Financial Times, im Iran Waffen gegen Kryptos zu kaufen. Das iranische Verteidigungs-Exportzentrum, Ministry of Defence Export Center, Mindex, will so laut den USA die westlichen Sanktionen umgehen. Das Mindex Center, der offizielle Rüstungspartner des Regimes und berechtigt Waffen und Verteidigungssysteme zu exportieren, lässt ankündigen, an Tauschgeschäften Waffen gegen Kryptos interessiert zu sein.

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Es gibt Videos in den sozialen Netzwerken, die zeigen sollen, wie sich Gruppen von Iranern aufmachen, gegen die herrschende Klasse zu protestieren. Lautstark und mit Parolen ziehen sie durch die Straßen, auch in Teheran gab es Aufmärsche. Der Präsident des Landes, Masoud Pezeshkian, soll die Unruhen besorgt zur Kenntnis genommen haben. Doch es kam nur zu einer Aufforderung an die Verantwortlichen, die wirtschaftlichen Probleme des Landes so bald wie möglich zu lösen. 

Parlamentspräsident Mohammed Bagher Qalibaf hat ebenfalls dringende Maßnahmen zum Schutz des iranischen Rial gefordert. Er warf ausländischen Gegnern vor, die Unruhen auszunutzen.

Quelle: Cryptopolitan

Als Schutz der eigenen Kaufkraft werden die Stablecoins, aber auch Kryptowährungen, von den Iranern wohl gekauft. Blockchain-Analysten beobachten diesen Trend schon länger, doch mit dem Ausverkauf der eigenen Währung und der Hyperinflation, die praktisch schon auf der Türschwelle steht, sinkt das Vertrauen in die heimische Bankenlandschaft. Das und der ohnehin eingeschränkte Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen für viele Bürger stärkt das Vertrauen in Stablecoins. 

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Die Machthaber indes wissen selbst um den Reiz von digitalen Währungen, untersagen ihrem Volk jedoch, mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen zu bezahlen. Krypto-Mining ist als Teil der Wirtschaftsleistung des Landes jedoch erlaubt, allerdings fließen die Einnahmen nicht zu den Einwohnern. 

Auch wenn es ausgesprochen riskant ist, ist es über Umwege sogar möglich, aus dem Ausland Kryptowährungen in den Iran zu senden. Das dürfte viele Familien vor Schlimmerem bewahren, wenn Lebensmittel so teuer sind, dass sich ein Großteil der Iraner selbst diese nicht mehr leisten kann. Zudem sind offizielle Krypto-Börsen seit rund einem Jahr vollständig verboten und ihre Webseiten blockiert. 

Besonders beliebt sind Stablecoins, die an den US-Dollar gekoppelt sind. Dazu gehört vor allem der Tether-Stablecoin USDT. Dieser gilt als sichere Alternative zu Investitionen in den Iranischen Rial, dessen Wert ständig extrem schwankt und sein Kurs weitestgehend nur den Weg nach unten kennt.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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