Bitcoin Treasuries sind beliebt. Jetzt rückt ausgerechnet der kritisierte Worldcoin in den Fokus digitaler Strategien. 

Worldcoin ist wegen seiner umtriebigen Datensammlung über den Iris-Scan der Nutzer in vielen Ländern verboten. Gerade erst hat Thailand angeordnet, dass das Entwickler-Unternehmen World die Daten der Iris-Scans von über 1 Million Personen löschen muss. Mit den Scans erstellt Worldcoin digitale Identitäten, was vor allem systemtreuen Befürwortern wie Aufsichtsbehörden und Datenschutzabteilungen ein Dorn im Auge ist. 

Das Ziel ist der Aufbau eines dezentralen Identitätsnetzwerks, bei dem mit jedem neuen Nutzer über seine Iris eine einzigartige digitale Identität, also eine Art digitaler Personalausweis, erstellt wird. Die so entstehenden World IDs sollen als Nachweis dienen, dass hinter der digitalen Nutzerseite auch tatsächlich ein Mensch steht. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der native WLD Coin geht an verifizierte Nutzer.
  • Datenschutz wird durch Zero-Knowledge-Proof gewährleistet.
  • Hinter World steht unter anderem Sam Altman von OpenAI.
  • Mit der World ID können AI-Bots die menschliche Identität bestätigen.
  • Das KI- und Krypto-Projekt hat endlose Kontroversen ausgelöst.
  • Es gibt aber auch Profiteure im Bereich der AI Crypto Coins.
  • Jetzt legt das erste Unternehmen eine Treasury mit Worldcoin an.

Kenia ist das erste Land, das Worldcoin verbietet

Nach Kenia folgten weitere Verbotsverfahren, denn das Projekt geriet zwischen die Fronten. Am 2. August 2023 ging Kenia als erstes Land überhaupt den Weg in das umfängliche Verbot des Identitätenprojektes. Grund waren die erhobenen Daten über den Iris-Scan, die mittels Hardware-Gerät Orb zum Unternehmen gelangen.

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Neben Bedenken zum Datenschutz und der Sicherheit bei der Speicherung der Daten gibt es auch Kritik, dass das Ganze möglicherweise gar nicht praktikabel und anwendbar sei. Vorwürfe wurden auch laut, das Unternehmen würde die biometrischen Daten seiner Nutzer gar nicht vollständig löschen, sondern möglicherweise sogar für eigene Interessen verwenden. Dass Sam Altman das Projekt Worldcoin leitet, bringt natürlich auch die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz ins Spektrum der ID-Plattform.

Auch die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union haben Bedenken bei Worldcoin, die sich vordergründig in einem zu laschen Umgang und der mangelnden Einhaltung der strengen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) äußern. Die fragmentierten Codes, die aus jedem Iris-Scan entstehen, können Personen eindeutig identifizieren, wenn sie nicht vollständig gelöscht werden. 

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Fragmentieren reicht hier also nicht aus, so die Sicht der EU-Behörden. Nur das vollständige Löschen käme den Vorgaben der DSGVO zu 100 % nach. Dennoch sind digitale Identitäten ein wichtiger Bestandteil des Web3.

Was ist das Ziel von Worldcoin?

Die Möglichkeiten, dass Menschen und Bots miteinander agieren, sind längst da. Doch wie können wir unterscheiden, ob unser Chat-Partner gegenüber ein Mensch oder nur ein Bot ist? Hier setzt Worldcoin an. Es geht im Kern um eine Möglichkeit zur Unterscheidung von Menschen und Bots im digitalen Raum. Doch es blieb beim Traum anlässlich der Eröffnung im Sommer 2023, als es hieß: Betrug und Identitätsdiebstahl gehen mit Worldcoin drastisch zurück. 

Betrüger nutzen aber leider nach wie vor alle möglichen Strategien, um an Identitäten oder private Zugangsdaten zu gelangen, um unter anderem Krypto-Wallets leerzuräumen. Währenddessen treiben Bots im Internet ihr Unwesen, und trotz Worldcoin ist kein Ende in Sicht.

Warum wird Worldcoin als Treasury genutzt?

Digitale Identitäten werden laut McKinsey Global Institute der Schlüssel für das Wachstum digitaler Technologien sein. 

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Vor allem in Ländern, wo es nur eine minimale digitale Infrastruktur und Millionen von Unbanked People gibt, könnte der Zugang zu digitalen Identitäten über einen Iris-Scan Erleichterung bringen. E-Government-Dienste sind auf solche Infrastrukturen angewiesen, um eine breite Akzeptanz zu fördern, was in bestimmten Regionen auch für politische Stabilität sorgen kann. 

Langfristiger Fokus: Das Unternehmen setzt auf langfristige, überzeugende Investitionen in Protokolle und Unternehmen mit dem Potenzial, große Märkte zu verändern.

Quelle: Google KI

Jetzt kam es zu einer großen Transaktion von Worldcoin Token, und zwar im Wert von rund 30 Millionen USD. Multicoin Capital hat in einer außerbörslichen Transaktion 60 Millionen WLD Coins gekauft und wird diese als Treasury verwenden. Kyle Samani hat Multicoin Capital mitgegründet und stammt eigentlich aus dem Bereich Gesundheits-IT, mit Abschlüssen in Finanzen und Management der New York University (NYU). 

Samani wird unter anderem auf der Consensys 2026 in Miami als Speaker erwartet. 

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Bezahlt hat Multicoin Capital die Worldcoin Token in USDC, wie Lookonchain berichtet. Die Entscheidung für den Multicoin als Treasury wurde nicht weiter kommentiert. Unklar ist, warum gerade dieser Coin in die Bilanzen einzieht, schließlich sinkt das Interesse an dem Projekt jeden Monat weiter. Seit September nimmt das Suchvolumen in Google nach Worldcoin ab. Laut Dune Analytics sind neue Wallet-Adressen für Worldcoin ebenfalls stark rückläufig. 

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Ob es sich um Insider-Trading handelt, ist unklar. Die weitere Entwicklung wird zeigen, was genau hinter der Entscheidung steht. Multicoin Capital ist bereits in Solana, The Graph und Helium investiert und gilt als früher Investor mit besonderer Vision. Ob sich Worldcoin als einer der Verlierer 2025 ins Gedächtnis bringen wird, ist derzeit aber auch möglich.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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