Am Wochenende zeigt sich der Kryptomarkt leicht schwächer, ohne dass sich das übergeordnete Bild spürbar verändert. Auf Wochensicht bewegen sich Bitcoin, Ethereum und viele Altcoins weiterhin nahe ihrer Ausgangsniveaus. Die Volatilität bleibt gering, was auf eine Phase der Konsolidierung hindeutet.

Gerade Mitte Dezember wächst jedoch die Erwartung, dass sich schrittweise eine potenzielle Jahresendrallye aufbauen könnte. Unterstützt wird diese Hoffnung durch mehrere spannende Ereignisse in der kommenden Woche, die neue Impulse liefern könnten.

Unsere Krypto-News-Vorschau hat die wichtigsten Ereignisse rund um Bitcoin, Bank of Japan, Powell-Nachfolge, Coinbase und Co. im Blick: .

Das Wichtigste im Überblick:

  • Kryptomarkt zeigt am Wochenende leichte Schwäche, bleibt auf Wochensicht weitgehend stabil.
  • Bitcoin fällt unter 90.000 US-Dollar, Analysten werten Bewegung als kurzfristiges Abholen von Liquidität.
  • Offenes CME-Gap bei 90.400 US-Dollar gilt als technischer Anziehungspunkt.
  • Umfangreiche US-Konjunkturdaten könnten kommende Woche Volatilität und Zinserwartungen neu justieren.
  • Bank of Japan steht vor erster Zinserhöhung seit elf Monaten.
  • Coinbase plant System-Update mit Prognosemärkten und möglichen tokenisierten Aktien.
  • Prognosemärkte sehen Rennen um Fed-Nachfolge zwischen Hassett und Warsh.

Bitcoin rutscht unter 90.000 US-Dollar

Zum Wochenstart richtet sich der Blick vieler Anleger auf die kurzfristige Entwicklung von Bitcoin. Am Sonntag gibt der Kurs leicht nach und fällt auf rund 89.000 US-Dollar, womit die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US-Dollar zunächst unterschritten wird.

Aus Sicht des Analysten Michaël van de Poppe handelt es sich dabei jedoch nicht um ein negatives Signal, sondern um ein Abholen von Liquidität.

Diese Bewegung dient häufig dazu, Liquidität unter wichtigen Kursniveaus abzuholen, bevor der Markt wieder nach oben dreht. Positiv wertet van de Poppe, dass diese Bereinigung bereits am Sonntag stattfindet. Dadurch könnte der Montag konstruktiv starten. Zudem verweist sie auf ein offenes CME-Gap bei rund 90.400 US-Dollar, das aus technischer Sicht als möglicher Anziehungspunkt gilt. Ethereum zeigt sich dabei etwas stabiler als Bitcoin.

Gleichzeitig bleibt Vorsicht angebracht. Sollte keine schnelle Erholung folgen, warnt der Experte vor einem möglichen Doppelboden-Test im Bereich um 80.000 US-Dollar, mit einer Zwischenunterstützung nahe 86.000 US-Dollar.


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US-Wirtschaft: Datenflut prägt kommende Woche

In der kommenden Woche stehen die Finanzmärkte vor einer außergewöhnlich hohen Dichte an makroökonomischen Veröffentlichungen. Eine ganze Reihe zentraler Konjunktur- und Inflationsdaten dürfte die Erwartungen an Geldpolitik, Zinsen und Liquidität neu justieren. Entsprechend hoch ist das Potenzial für erhöhte Volatilität.

Zum Wochenauftakt rücken die US-Einzelhandelsumsätze für Oktober sowie der Arbeitsmarktbericht für November in den Fokus. Beide Datensätze liefern wichtige Hinweise auf die Stärke des Konsums und die Lage am Arbeitsmarkt. Am Donnerstag folgen gleich mehrere Schlüsselindikatoren: die US-Verbraucherpreisinflation (CPI) für November sowie der Philly-Fed-Index, der als Stimmungsbarometer für die Industrie gilt. Am Freitag verdichtet sich die Datenlage weiter mit den PCE-Inflationsdaten, den bestehenden Hausverkäufen, den Inflationserwartungen sowie dem Verbrauchervertrauen der University of Michigan.

Zusätzlich treten in dieser Woche fünf Vertreter der US-Notenbank öffentlich auf.

Damit könnten sich die Zinserwartungen bereits in dieser Woche spürbar verschieben. Doch das Treffen des FOMC steht erst in über einem Monat an.

Bank of Japan vor geldpolitischer Wende

In der kommenden Woche rückt Japan stark in den Fokus der globalen Finanzmärkte. Die Bank of Japan steht vor einer möglichen Zinsanhebung, der ersten seit rund elf Monaten. Allein diese Erwartung sorgt bereits im Vorfeld für erhöhte Aufmerksamkeit, da die japanische Geldpolitik über Jahre hinweg als extrem locker galt.

Prognosemärkte sehen eine 91,4-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine 25-Basispunkte-Zinserhöhung der Bank of Japan nächste Woche, womit eine geldpolitische Wende als nahezu sicher gilt.

Eine Zinserhöhung würde signalisieren, dass die Notenbank die Phase ultraniedriger Zinsen zunehmend hinter sich lässt. Änderungen der japanischen Geldpolitik beeinflussen Kapitalströme, Carry-Trades und die Risikobereitschaft weltweit. Auch Kryptowährungen reagieren sensibel auf solche makroökonomischen Impulse.

Der Analyst NoLimit sieht in der anstehenden Zinserhöhung der Bank of Japan ein erhebliches Risiko für Bitcoin. Er argumentiert, dass Japans Rolle als größter Gläubiger der USA globale Kapitalströme stark beeinflusst. In der Vergangenheit seien Zinsschritte der BoJ regelmäßig von deutlichen Bitcoin-Korrekturen begleitet worden. Diese zeitliche Korrelation wertet er als Warnsignal. Da Bitcoin aktuell bereits Schwäche zeige und die Marktstimmung angespannt sei, könne ein weiterer Zinsschritt eine erneute Verkaufswelle auslösen. Aus seiner Sicht unterschätzt der Markt die Bedeutung Japans für die globale Liquidität.


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Coinbase vor wichtigem Produkt-Update

Rund um Coinbase richtet sich der Blick in der kommenden Woche auf den 17. Dezember. An diesem Tag veranstaltet die größte US-Krypto-Börse ein eigenes Produkt-Event, das unter dem Namen System Update angekündigt ist. Erwartet wird eine Reihe technischer und strategischer Neuerungen, die über klassische Handelsfunktionen hinausgehen.

Im Mittelpunkt steht dabei der geplante Start von Prognosemärkten. Dieses Segment erlaubt es, auf den Eintritt bestimmter Ereignisse zu setzen, etwa politische Entscheidungen, makroökonomische Entwicklungen oder Marktbewegungen. Prognosemärkte gelten als datengetriebene Instrumente zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten und werden die Produktpalette von Coinbase deutlich erweitern.

Darüber hinaus wird spekuliert, dass Coinbase weitere Infrastruktur-Updates und neue Services vorstellt, die insbesondere institutionelle Nutzer adressieren könnten.

INFINIT startet KI-gestützte DeFi-Plattform

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auch auf INFINIT, das am 18. Dezember den Start von Prompt-to-DeFi für erste Nutzer plant. Dabei handelt es sich um einen KI-basierten Ansatz, mit dem sich DeFi-Strategien über einfache Texteingaben erstellen lassen. Statt komplexer Smart-Contract-Interaktionen oder manueller Konfigurationen beschreibt der Nutzer lediglich sein Ziel, während das System im Hintergrund die passende Strategie umsetzt.

Prompt-to-DeFi soll den Zugang zu dezentralen Finanzanwendungen deutlich vereinfachen. Die Technologie kombiniert künstliche Intelligenz mit bestehenden DeFi-Protokollen und automatisiert Abläufe wie Renditestrategien, Rebalancing oder Risikosteuerung. Das Ziel ist es, technische Hürden zu senken und DeFi auch für weniger erfahrene Marktteilnehmer nutzbar zu machen.

Der Start erfolgt zunächst in einer Early-Access-Phase, um Funktionen unter realen Bedingungen zu testen.

MegaETH öffnet Mainnet für Entwickler

Mit MegaETH rückt in der kommenden Woche ein neues Infrastrukturprojekt stärker in den Fokus. Das Netzwerk öffnet sein Mainnet für App-Builder und ermöglicht damit erstmals, Anwendungen direkt auf der produktiven Umgebung zu entwickeln und zu testen.

MegaETH positioniert sich als leistungsorientierte Ethereum-kompatible Blockchain, die insbesondere auf hohe Transaktionsgeschwindigkeit und niedrige Latenzzeiten ausgelegt ist. Das Ziel ist es, Anwendungen zu ermöglichen, die in Echtzeit reagieren müssen.

Die Öffnung des Mainnets für Entwickler gilt als wichtiger Belastungstest. Erst in dieser Phase zeigt sich, wie stabil die Architektur unter realen Bedingungen funktioniert.

Powell-Nachfolge: Wer macht das Rennen?

In der kommenden Woche richtet sich der Blick der Finanzmärkte verstärkt auf die US-Geldpolitik. Präsident Donald Trump beginnt voraussichtlich mit ersten Gesprächen zur Nachfolge des nächsten Fed-Chairs. Allein diese Phase sorgt bereits für Bewegung, denn die Personalie gilt als zentraler Faktor für Zinsen, Liquidität und damit auch Risk-on-Assets.

Spannend ist ein Blick auf die Prognosemärkte, die derzeit ein klares Kopf-an-Kopf-Rennen abbilden. Auf Polymarket gilt aktuell Kevin Hassett mit rund 51 Prozent Wahrscheinlichkeit als Favorit. Ihm gegenüber steht Kevin Warsh, der auf etwa 40 Prozent kommt.

Inhaltlich gibt es durchaus Unterschiede. Hassett steht für einen ausgesprochen dovishen Kurs und befürwortet eine sehr lockere Geldpolitik mit Fokus auf Wachstum und Marktunterstützung. Warsh hingegen gilt als erfahrener Ex-Notenbanker mit eher hawkischer Haltung, der Preisstabilität und geldpolitische Disziplin priorisiert.

Polymarket

Jupiter startet eigenen Stablecoin

Im Solana-Ökosystem richtet sich der Blick in der kommenden Woche auf Jupiter. Das Projekt plant den Start eines neuen Stablecoins, der in Zusammenarbeit mit Ethena entwickelt wurde. Damit betritt Jupiter erstmals selbst das Feld der stabilen digitalen Währungen. JupUSD soll das eigene Onchain-Ökosystem stärken.

Der Stablecoin soll gezielt für den Einsatz innerhalb dezentraler Anwendungen konzipiert sein. Im Fokus stehen hohe Kapitaleffizienz, tiefe Liquidität und eine nahtlose Integration in bestehende Solana-Protokolle. Die Kooperation mit Ethena sorgt dafür, dass moderne Mechanismen zur Absicherung und Stabilisierung eingesetzt werden.

Synthetix bringt Perps-DEX auf Ethereum

Im DeFi-Sektor gibt es spannende Entwicklungen bei Synthetix. Das Protokoll plant für den 17. Dezember den Start seiner Perpetuals-DEX direkt auf Ethereum. Damit erweitert Synthetix sein Angebot und bringt den Handel mit unbefristeten Derivaten näher an das Ethereum-Mainnet.

Der Schritt gilt als strategisch wichtig, da Ethereum trotz höherer Gebühren weiterhin als Sicherheitsanker im DeFi-Ökosystem fungiert. Der Start der Perps-DEX dürfte daher aufmerksam verfolgt werden.

Mit dem geplanten Mainnet-Launch am 17. Dezember steht Synthetix vor einem strategisch wichtigen Schritt. Nach einer längeren Phase, in der Derivate primär über Layer-2-Lösungen liefen, kehrt das Protokoll mit seiner Perpetuals-DEX direkt auf Ethereum zurück. Das Ziel ist es, eine kanonische Perps-Plattform auf dem Mainnet zu etablieren und damit maximale Sicherheit und Transparenz zu bieten.

Zum Start ist der Zugang bewusst begrenzt. Maximal 500 Trader erhalten Zugriff auf drei Märkte ,Bitcoin, Ethereum und Solana und mit Hebeln von bis zu 100x. Einzahlungsobergrenzen sollen Risiken kontrollieren, Auszahlungen werden kurz nach dem Launch aktiviert. In den folgenden Monaten plant Synthetix eine deutliche Erweiterung, darunter zusätzliche Märkte, Multicollateral-Margin, stärkere DeFi-Integration und neue Orderbuch-Strukturen.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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