Das bisschen Ausfall ist doch nicht so schlimm. Die Aussage von Ethereum-Gründer Vitalik Buterin verärgert die Community. 

Stundenlange Verzögerungen aufgrund schwerwiegender Fehler im Ethereum-Netzwerk sind laut Aussage von Vitalik Buterin im Ethereum-Netzwerk zu vernachlässigen. Solange die Blockchain die Transaktionen korrekt verarbeite und keine falschen Informationen finalisiere, seien solche Netzwerk-Ausfälle zu vernachlässigen. Das sieht die Community allerdings ganz anders.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zeitweiser Verlust von Finalität sei kein Grund zur Sorge, laut Buterin.
  • Es geht konkret um einen kürzlich aufgetretenen Fehler im Prysm-Client.
  • Dabei kam es zu einem vorübergehenden Verlust der Finalität von Blöcken.
  • Gelegentliche Verzögerungen lassen sich laut Buterin kaum verhindern.
  • Der Fehler führte zu drastischer Reduzierung der Validator-Aktivität.
  • Kurz nach der Integration des Upgrades Fusaka schürt der Fehler Skepsis.

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Probleme mit Prysm-Client schon länger bekannt

Schon im Mai 2023 kam es zu einem ähnlichen Vorfall mit einem Prysm-Client. Dieser soll, genau wie der aktuellste Fehler, zwar nicht die Sicherheit der Kette von Ethereum gefährden, doch ändern diese Vorgänge den Konsensprozess vorübergehend, und zwar von deterministisch auf probabilistisch. Könnte das den Weg zum Supercomputer für Ethereum gefährden?

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Bei PoW-Blockchains wie der von Bitcoin wird der Kettenzweig mit der meisten Arbeit gültig. Das Modell ist probabilistisch und damit anders aufgebaut als der von Ethereum verwendete Konsensmechanismus, bei dem die Blöcke als bestätigt gelten, die über 66 % der Stimmen haben. Dieses Modell ist deterministisch gegliedert und erreicht genau wie der Bitcoin-Mechanismus eine Finalisierung von Blöcken in einer Kette mit den validierten Transaktionen. 

Eine Implementierung des Konsens-Protokolls mit einem Schwerpunkt auf Nutzbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Prysm wird von Prysmatic Labs entwickelt, einem Unternehmen, das sich ausschließlich auf die Entwicklung seiner Kunden konzentriert.

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Um zu verhindern, dass alte Zustände des Hauptbuches verarbeitet werden, wurden jetzt Validatoren von Ethereum aufgefordert, Prysm zu deaktivieren. Damit sei das Problem gelöst, lässt der Ethereum-Client Prysm in X mitteilen. Bis es zur Bestätigung von Transaktionen kam, mussten Kunden unter dem neuerlichen Vorfall deutlich länger auf die Bestätigung ihrer Überweisungen warten. 

Vor allem Layer-2-Kunden betroffen

Laut Polygon gibt es für Kunden vor allem bei Layer-2-Brückenlösungen diese Probleme, die immer mal wieder auftreten können und kein Grund zur Besorgnis seien. Es gibt dazu wohl laut Polygon kein Risiko von Rollbacks oder ungültigen Nachrichten, nur Einzahlungen brauchen länger, bis sie angezeigt werden. 

Wie der leitende Entwickler Terence Tsao erklärte, beeinträchtigte dieses Problem die ordnungsgemäße Funktion von Nodes, die diesen Client verwendeten. Experten stellten eine temporäre Lösung zur Deaktivierung der problematischen Funktion bereit.

Quelle: Forklog

Grund für die Verzögerungen, besonders bei Layer-2-Blockchains, sind nicht Protokollbeschränkungen, führt der promovierte Informatiker der Universität Oxford und Partner bei 20squares, Fabrizio Romano Genovese, aus. 

Vielmehr haben Entwickler der Layer-2-Lösungen keine Ausweichmöglichkeiten implementiert, falls es zum temporären Verlust der Finalität kommt. Die Entwickler müssten sich selbstständig um Lösungen für ihre Protokolle bemühen, was viele bisher nicht vorgesehen haben und darauf vertraut hatten, dass es bei Ethereum zu keiner solchen Verzögerung der Block-Finalität kommen würde. 

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Ethereum stand kurz vor einem Totalausfall

Dass der Ethereum-Gründer Buterin die Probleme heruntergespielt hat, ist in der Community nicht positiv aufgenommen worden. Immerhin waren nur 75 % der Nodes beim jüngsten Ausfall in der Lage, aktuelle Blockheader zu signieren, und nur 74,7 % der Validator-Nodes nahmen am Konsensverfahren teil. Ethereum stand kurz vor einem Totalausfall und es fehlten nur noch wenige Prozentpunkte, um die Blockfinalisierung vollständig einzustellen. 

Seit Herbst 2021 kontrolliert Prysm über 66 % der Ethereum-Nodes und ein Fehler allein hätte das gesamte Ethereum-Netzwerk lahmlegen können. Ein kritischer Schwellenwert von 33 % für die maximale Macht eines einzelnen Clients gilt für Ethereum längst als erreicht. Damit ist das Protokoll von einer sicheren Client-Verteilung noch weit entfernt. 

Was das für Ethereum bedeutet

Die Diversität der Clients ist bei Ethereum ein lang bekanntes Problem. Da Buterin die Vorfälle herunterspielt, wird es wohl auf lange Sicht keine Abhilfe geben. Einige Community-Member haben sich zusammengetan und wollen monopolistische Client-Betreiber wie Lighthouse und Prysm verdrängen. Dafür gibt es verschiedene Webseiten und Kampagnen, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

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Auch wenn sich Prysm selbst für mehr Clientdiversität bei Ethereum einsetzt, sind die jüngsten Ausfälle doch alarmierend und zeigen einmal mehr, dass Clients mit überwältigender Mehrheit eine Gefahr für den Ethereum-Konsens darstellen. Viele Community-Mitglieder fordern, die 33 %-Client-Schwelle für das Protokoll einzuführen, um eine gefährliche Dominanz einzelner Anbieter und Betreiber zu verhindern. 

Derzeit gibt es aber wohl keine Lösung, außer auf die Vernunft und das Eigeninteresse der Betreiber und Validatoren zu setzen, denn die wollen auf jeden Fall auch keine Verluste machen.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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