Die Regulierung von Kryptowährungen in den USA stockt aufgrund parteiübergreifender Streitigkeiten über die DeFi-Überwachung. Dadurch bleiben wegweisende Gesetze wie der CLARITY Act und der RFIA trotz Fortschritten im Repräsentantenhaus im Senat blockiert.
Das Wichtigste im Überblick:
Erwarteter Schub für die Kryptomärkte bleibt bislang aus
Die Regulierung von Kryptowährungen und anderen Digital Assets in den USA steht vor einem dramatischen Stillstand. Viele Marktbeobachter haben sich von den sogenannten Crypto Market Structure Gesetzen einen Schub für einen neuen Crypto Bull Run erwartet. Stattdessen bleiben die Gesetze weiterhin blockiert, da sich der Senat nicht auf eine gemeinsame Regulation einigen können. Der Hauptstreitpunkt ist dabei die Regulation des DeFi-Marktes.
Während Republikaner eine freie Hand für Innovation fordern, plädieren Demokraten für Haftung der Entwickler und robuste Kontrollen gegen Geldwäsche. Mit lediglich zwei verbliebenen Arbeitswochen vor den Weihnachtsferien ist inzwischen besiegelt, dass die wegweisende Gesetzgebung erst im neuen Jahr in Kraft treten wird.
Regulatorisches Vakuum bremst die Branche in den USA
Der US-Markt für Digital Assets hat eine Marktkapitalisierung von über 3,8 Billionen Dollar erreicht und wächst auch durch Privatanleger, die in Kryptowährungen investieren, rasant. Dennoch fehlt es schon seit Jahren an klaren Regeln, welche Aufsichtsbehörde welche Assets regulieren soll.Dabei kommen die Securities and Exchange Commission (SEC) oder die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) infrage. Auch ein Zusammenschluss der beiden Behörden bzw. eine Neugründung aus Elementen der beiden Insitutionen ist dabei als Lösungsvorschlag aufgekommen.
Sicher ist jedoch, die derzeitige Lage führt zu Unsicherheiten für Investoren, Börsen und Entwickler. Im Repräsentantenhaus wurde bereits im Juli 2025 der „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY Act) verabschiedet, der Assets in „Digital Securities“ und „Digital Commodities“ unterteilt und die CFTC für Spot-Märkte stärkt. Im Senat hingegen stockt es.
Der „Responsible Financial Innovation Act“ (RFIA), ein überparteilicher Entwurf des Banking Committee, sollte im September beschlossen werden. Doch Verzögerungen durch eine 43-tägige Regierungs-Shutdown und parteiinterne Kämpfe haben alles auf den Kopf gestellt. Der Senat-Agriculture Committee, der für CFTC-Themen zuständig ist, hat im November einen Diskussionsentwurf veröffentlicht, der DeFi-Definitionen und Verbraucherschutzregeln enthält, aber noch offene Fragen zu Blockchain-Entwicklern und Anti-Geldwäsche-Vorschriften offenlässt. Eine Versöhnung der beiden Komitee-Entwürfe scheint ferner denn je.
Knackpunkt DeFi – Freiheit vs. Kontrolle
Am Herzen des Konflikts steht die Regulierung dezentraler Finanzprotokolle (DeFi), die automatisierte Transaktionen ohne Mittelsmann auf Blockchains ermöglichen. Republikaner wie Tim Scott sehen in DeFi den Motor für Innovation und wollen Entwicklern „weitgehend freie Hand“ lassen. Dies ist laut den Republikanern ein Teil des Plans, die USA zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ zu machen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die Autonomie der Krypto-User, zu der z.B. auch die Steuerbefreiung von Zahlungen mit Kryptowährungen oder Wallets ohne Verifizierung gehören.
Demokraten fordern hingegen strengere Aufsicht. Ihr im Oktober eingereichtes Sechs-Seiten-Papier schlägt vor, dass Front-End-Provider (z. B. Krypto Wallets) KYC-Daten sammeln und Nutzer überwachen müssen. Dies solle auch unabhängig davon der Fall sein, ob Entwickler Kontrolle ausüben oder eben nicht. Zudem sehen diese vor, die Haftung für illegale Aktivitäten auf Entwickler auszudehnen, um Verbraucher zu schützen und Schwarzmärkte zu bekämpfen.
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