Die Ethereum Foundation hat mit EIP-4444 die Historienablauf-Funktion eingeführt, die Full Nodes bis zu 500 GB Speicherplatz spart, während die Verfügbarkeit historischer Daten durch institutionelle Anbieter, Torrents und Peer-to-Peer-Netzwerke gesichert wird.
Das Wichtigste im Überblick:
Historienablauf-Funktion im Sinne von EIP-4444 umgesetzt
Mit der Umsetzung von EIP-4444 hat Ethereum den teilweisen Ablauf der Historie durch alle Execution Clients unterstützt. EIPS steht dabei für Ethereum Improvement Proposal, also Ethereum Verbesserungsvorschlag. Full-Node-Betreiber können dabei davon ausgehen, dass sie den benötigten Festplattenspeicher um 300-500 GB reduzieren können. Dadurch kann eine Node bequem auf eine 2-TB-Festplatte passen.
In einem Blogbeitrag erklärt die Ethereum Foundation, wie der nun standardisierte Historienablauf funktioniert. Weitere interessant Informationen sind, weshalb die Funktion aus historischer Sicht relevant wurde und wie die Ethereum Foundation trotzdem eine hohe Verfügbarkeit der gesamten Blockchain garantieren will.
Weshalb die Historienablauf-Funktion relevant ist
Bei einer Blockchain beginnt die Chain mit dem Genesis-Block. Bei Ethereum datiert dieser mit dem Coin Launch auf den 30. Juli 2015. Das ergibt fast zehn Jahre an Transaktionsdaten, von denen der überaus größte Teil für die alltägliche Funktion einer Node nicht mehr relevant ist.
Für die meisten Nodes, die Ethereum zum Beispiel zum Handeln verwenden, sind die historischen Daten jedoch nicht von Bedeutung. Schließlich benötigt man diese nicht, um Ethereum zu kaufen, Transaktionen durchzuführen oder den Kontostand einzusehen.
Die Historienablauf-Funktion behält die historischen Daten daher Archiv-Nodes vor. Der Zugriff auf den aktuellen Kontostand in einer Krypto Wallet, die Ausführung eines Geschäfts, das Ausleihen von Vermögenswerten usw. wird durch den Ablauf der Historie jedoch nicht unterbrochen.
Validierung der Blöcke im Proof-of-Stake
In der Proof-of Work-Version von Ethereum, als der Coin noch als eine Art Bitcoin Alternative galt, fand der Konsensfindungsmechanismus mit dem Prinzip der “Heaviest Chain Rule” statt. Gemeint ist damit die Chain, die die höchste angesammelte Difficulty vorzuweisen hat. Durch das Upgrade auf Proof-of-Stake (PoS) ist diese Regelung nicht mehr notwendig.
Die Erstellung von Signaturen findet bei PoS nahezu kostenlos statt. Dadurch können Clients an einem “trusted Checkpoint” ansetzen, der auf dem “Weak Subjectivity” Prinzip von Ethereum beruht. Dabei setzen vertrauenswürdige Nodes verifizierte Checkpoints. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil für normale Nodes, dass sie auf die Verifizierung sämtlicher Blöcke verzichten können. Dies wiederum macht die Historienablauf-Funktion relevant, da diese Nodes so einen massiver Teil an Speicherplatz für die Blockchain einsparen können.
Ethereum Foundation: Hohe Verfügbarkeit der gesamten Blockchain durch Alternativen
Dennoch ist es natürlich wichtig, dass es eine hohe Verfügbarkeit für die gesamte Ethereum-Blockchain gibt. Die Ethereum-Foundation glaubt dabei, dass sie dies auf alternativen Wegen erreichen kann:
Nämlich durch Organisationen, die bereit sind, historische Archive auf ihren eigenen Servern zu hosten. Ein alternativer Weg sind auch Torrents, also ein freiwilliges, erlaubnisfreies und dezentrales Hosting für archivierte Historie. Ein dritter Vorschlag ist ein Peer-to-Peer-Netzwerk, das denselben Abrufmechanismus wie bisher nutzt.
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