Die Bank von Russland hat Sberbank als Betreiber für den Handel mit digitalen Währungen zugelassen. Die größte Bank des Landes plant, ab dem 1. Dezember Bitcoin, Ethereum und Tethers USDT über ihre bestehenden Apps anzubieten – eine Freigabe für Zahlungen mit Kryptowährungen im Alltag ist damit jedoch nicht verbunden.
Das Wichtigste im Überblick:
- Sberbank ist seit dem 12. Oktober im Register zugelassener Kryptohändler der Bank von Russland eingetragen.
- Der geplante Start mit Bitcoin, Ethereum und USDT ist für den 1. Dezember vorgesehen, hängt aber noch von ergänzenden Vorschriften ab.
- Privatanleger ohne besonderen Anlegerstatus unterliegen einem jährlichen Limit von 300.000 Rubel je Vermittler und müssen einen Wissenstest bestehen.
Sberbank kann Handel und Verwahrung verbinden
Der Eintrag im Register erlaubt Sberbank, Kryptowährungen im eigenen Namen und mit eigenen Mitteln zu kaufen und zu verkaufen. Die Zulassung erfolgte sechs Tage, nachdem die Zentralbank die Bank bereits als digitalen Verwahrer registriert hatte. In dieser Rolle kann Sberbank die offiziellen Aufzeichnungen über die Bestände ihrer Kunden führen.
Mit beiden Zulassungen kann die Bank den Handel abwickeln und die Bestände verwahren, ohne Kunden dafür an einen externen Handelsplatz weiterzuleiten. Die geplanten Angebote sollen in SberBank Online, SberInvestments und SberBusiness verfügbar sein. Sberbank nennt den 1. Dezember als vorgesehenen Starttermin, macht ihn aber davon abhängig, dass Entscheidungen der Zentralbank und ergänzende Vorschriften rechtzeitig vorliegen.
Für Privatanleger ohne qualifizierten Anlegerstatus sieht das geltende Regelwerk eine Obergrenze von 300.000 Rubel – rund 3.800 US-Dollar – pro Jahr und Vermittler vor. Außerdem müssen Käufer einen Wissenstest bestehen. Der Entwurf der Zentralbank zur Liste handelbarer Kryptowährungen umfasst Bitcoin, Ethereum und USDT. Der Ausbau des Bankzugangs zu digitalen Vermögenswerten ist auch in Deutschland zu beobachten: Die Sparkassen planen ebenfalls Krypto-Handel für ihre Kunden.
Große Kundenbasis, aber klare Grenzen
Sberbank zählte zum Ende des zweiten Quartals 110,6 Millionen Privatkunden und 3,5 Millionen Firmenkunden. Damit könnten die geplanten Angebote eine große Nutzerbasis erreichen, sofern sie wie vorgesehen starten. Die Freigabe bedeutet allerdings nicht, dass Kunden ihre Coins im täglichen Zahlungsverkehr einsetzen dürfen: Die Bezahlung von Waren mit Kryptowährungen bleibt in Russland illegal.
Auch die Größenordnung des möglichen Marktes ist bislang eine Prognose, kein bereits gemessenes Handelsvolumen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Anatoli Popow erwartet, dass der Kryptohandel in Russland im ersten Jahr des neuen Regelwerks 4 Billionen Rubel erreichen könnte. Bis 2029 könnte das Volumen nach seiner Einschätzung auf 7,5 Billionen Rubel steigen. Die Zahlen entsprechen laut den Angaben rund 46 Milliarden beziehungsweise 89,7 Milliarden US-Dollar.
Der Kurswechsel fällt deutlich aus: Im Januar 2022 hatte die Bank von Russland noch vorgeschlagen, Nutzung, Mining und Handel mit Kryptowährungen vollständig zu verbieten. Sberbank plant zudem, neben Bitcoin auch Ethereum und USDT als Kreditsicherheit anzunehmen, sobald die Zentralbank diese Vermögenswerte für den öffentlichen Umlauf zulässt. Ein Bankdepot als Zugang zu digitalen Vermögenswerten gibt es auch in Deutschland, etwa bei der Verwahrung von Krypto-Assets über die BW-Bank.
Der Dezemberstart hängt an den Detailregeln
Entscheidend ist nun, ob die ergänzenden Vorgaben der Zentralbank rechtzeitig vorliegen und Sberbank ihre drei Plattformen tatsächlich für den Handel öffnet. Auch die endgültige Liste der zugelassenen Coins und die mögliche Freigabe von Ethereum und USDT als Kreditsicherheit sind noch wichtige offene Punkte.
Für bereits registrierte Unternehmen gilt außerdem eine Übergangsfrist: Sie müssen ihre Abläufe bis zum 1. September 2027 vollständig an das neue Gesetz anpassen. Der geplante Produktstart am 1. Dezember wäre damit der nächste konkrete Schritt, aber noch nicht das Ende der regulatorischen Umsetzung.
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen
