Circle meldet für USDC im ersten Halbjahr 2026 ein On-Chain-Abwicklungsvolumen von mehr als 36 Billionen US-Dollar und rund 1,4 Milliarden Dollar Umsatz; als Nettogewinn blieben nach eigener Darstellung sieben Cent je Umsatzdollar.
Das Wichtigste im Überblick:
- USDC erreichte laut Circle im ersten Halbjahr mehr als 36 Billionen Dollar On-Chain-Volumen und rund 1,4 Milliarden Dollar Umsatz.
- Etwa 819 Millionen Dollar entfielen auf Vertriebspartner und Transaktionskosten, rund 473 Millionen auf Reinvestitionen.
- Die Angabe von sieben Cent je Umsatzdollar bezeichnet Circles ausgewiesenen Nettogewinn, nicht den gesamten Betrag, den das Unternehmen nach Ausgaben behielt.
Wohin Circles USDC-Umsatz floss
Die Zahlen stammen aus einem Beitrag von Circle vom 16. Oktober. Das Unternehmen berichtet, im selben Zeitraum mehr als 315 Milliarden USDC geprägt und eingelöst zu haben – im Durchschnitt rund 1,7 Milliarden Dollar pro Tag, auch an Wochenenden und Feiertagen.
Von den rund 1,4 Milliarden Dollar Umsatz gingen nach Circles Aufstellung etwa 819 Millionen an Vertriebspartner und für Transaktionskosten. Das entspricht rund 59 Cent je Umsatzdollar; die Summe umfasst also mehr als reine Vergütungen an Partner.
Weitere rund 473 Millionen Dollar – etwa 34 Cent je Umsatzdollar – habe Circle in Lizenzen, Bankbeziehungen, Abwicklungsliquidität, Compliance, Produkte und Blockchain-Integrationen investiert. Die verbleibenden sieben Cent beziffert das Unternehmen als Nettogewinn. Damit beschreibt die Marge den Gewinn nach diesen Ausgaben; sie bedeutet nicht, dass Circle nur sieben Prozent für den eigenen Betrieb oder weitere Investitionen zur Verfügung standen.
Zum Vertriebsmodell gehören laut Circle mehr als 150 Unternehmen mit wirtschaftlichem Interesse am Wachstum von USDC. Partner profitieren demnach, wenn sie USDC-Bestände auf ihren Plattformen aufbauen und halten; auch bestimmte Aktivitäten über Circles Plattformprodukte können eine Rolle spielen. Binance schloss im September eine fünfjährige kommerzielle Vereinbarung mit Circle und investierte 100 Millionen Dollar. Die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Binance und Circle steht damit im Kontext eines breiteren Netzwerks, nicht allein der Umsatzaufteilung mit einem einzelnen Unternehmen.
Abwicklung und Einlösungen kosten Infrastruktur
Circle ordnet die Ausgaben in ein stark wachsendes Nutzungsszenario ein: Im Juni habe USDC rund 77 Prozent des globalen Stablecoin-Transaktionsvolumens ausgemacht, gegenüber 60 Prozent ein Jahr zuvor. Das sind Unternehmensangaben; die Kennzahl misst Transaktionsaktivität und nicht den Anteil am gesamten Stablecoin-Vermögen.
Bei Einlösungen unterscheidet Circle zwischen Standardwegen und bestimmten Plattformdiensten. Alle Kunden könnten USDC über reguläre Bankwege gebührenfrei einlösen; die Abwicklung dauere dabei typischerweise bis zu zwei Geschäftstage. Berechtigte Kunden, die Zahlungsströme über das Circle Payments Network oder geeignete Produkte der Circle Platform abwickeln, könnten laut Unternehmen kostenlos eine nahezu sofortige Abwicklung nutzen – rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres.
Circle verweist auf 71,8 Milliarden Dollar an Einlösungen im ersten Quartal 2026. Im zweiten Quartal hätten Prägungen und Einlösungen zusammen 170 Milliarden Dollar erreicht, ein Plus von 105 Prozent im Jahresvergleich. Für schnellere Auszahlungen müsse das Unternehmen liquide Mittel bei Bankpartnern bereithalten; dieses Geld sei jederzeit verfügbar, erziele aber laut Circle weniger als Anlagen in Staatsanleihen.
Zum beschriebenen Aufwand zählen außerdem nach Circle mehr als 55 Lizenzen und Registrierungen, Beziehungen zu über 25 Bankpartnern sowie USDC-Integrationen auf mehr als 35 Blockchains. Auch die Entwicklung von Circles Infrastruktur für institutionelle Anwendungen ist Teil dieser Strategie; das Unternehmen positioniert etwa Arc als Baustein für Finanzanwendungen und institutionelle Nutzung. Die breitere Verwendung von Stablecoins im Zahlungsverkehr zeigt sich auch bei Stablecoin-Zahlungen in SAP-Prozessen.
Die offene Frage für Partner und Anleger
Die Offenlegung macht den Zielkonflikt des Geschäftsmodells sichtbar: Circle teilt Einnahmen mit Vertriebspartnern, während es zugleich Liquidität, Compliance und den Ausbau des Netzwerks finanzieren muss. Ob USDC seinen von Circle ausgewiesenen Anteil am Transaktionsvolumen hält, hängt auch davon ab, wie attraktiv die wirtschaftlichen Bedingungen für bestehende und neue Partner bleiben.
Coinbase ist laut Circle der größte und langjährigste Partner; durchschnittlich 20 Milliarden USDC lagen im zweiten Quartal in den Produkten der Plattform, 44 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Aufteilung der Erlöse und die Kosten für Infrastruktur dürften deshalb auch bei Circles nächster Ergebnisvorlage im Mittelpunkt stehen: Das Unternehmen soll seine Zahlen für das dritte Quartal am 4. November veröffentlichen.
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen
