Starknet hat am 15. Oktober 2026 eine siebentägige Abstimmung gestartet: STRK-Halter sollen entscheiden, ob Entwickler eine eigenständige Layer-1 als Option für mehr Quantenresistenz untersuchen sollen. Das unverbindliche Votum ist eine Meinungsabfrage – es genehmigt weder den Wechsel von Ethereum noch eine Migration von Vermögenswerten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Abstimmung fragt nach weiterer Forschung, nicht nach einer sofortigen Abspaltung von Ethereum.
  • Ein Ja würde detailliertere Vorschläge und weitere Abstimmungen nach sich ziehen.
  • STRK bliebe unter beiden Optionen der native Token; bestehende Brücken sollen offenbleiben.

Starknet prüft eine eigene Layer-1 – entschieden ist nichts

Die Abstimmung im Starknet-Governance-Forum stellt eine strategische Frage: Soll das Team untersuchen, ob Starknet künftig unabhängig von seiner heutigen Rolle als Ethereum-Layer-2 betrieben werden könnte? Hintergrund ist die Sorge, dass leistungsfähige Quantencomputer eines Tages bestimmte Kryptografie angreifen könnten, die etwa bei Konten und der Autorisierung von Transaktionen zum Einsatz kommt.

Das Votum ist ausdrücklich nicht bindend. Ein Ja würde zunächst weitere Forschung anstoßen; anschließend wären detailliertere Vorschläge und zusätzliche Abstimmungen nötig. Ein Nein würde bedeuten, dass die Arbeiten zur Quantenresistenz innerhalb der bestehenden Layer-2-Struktur weiterlaufen. Bei einer neutralen Entscheidung bliebe die Diskussion offen, während noch Fragen geklärt werden.

Auch ein positives Ergebnis legt weder einen Termin noch einen fertigen Ablauf für einen Wechsel fest. Ein vollständiges Konzept zu Konsens, Datenverfügbarkeit, Brücken und Migration liegt laut den vorliegenden Angaben noch nicht vor. Die Abstimmung ordnet daher zunächst weitere Untersuchungen an, statt eine technische Änderung unmittelbar auszulösen.

Für Halter ist außerdem relevant, dass die Vorlage keine Ablösung des bestehenden Tokens vorsieht: STRK soll unter beiden Modellen der native Token bleiben. Auch die bestehenden Brücken zwischen Ethereum und Starknet sollen verfügbar bleiben. Die aktuelle Vorlage stellt damit keinen Plan dar, Verbindungen zu Ethereum sofort zu kappen oder bestehende Transferwege zu schließen.

Die Frage nach einer eigenständigen Chain ist Teil einer größeren Debatte darüber, wie Starknet seine Sicherheitsarchitektur weiterentwickelt. Eine eigenständige Layer-1 für Starknet würde dem Projekt mehr Kontrolle über bestimmte sicherheitsrelevante Systeme geben, wäre aber nicht mit einer bereits beschlossenen Abkehr von Ethereum gleichzusetzen.

Ethereum-Abhängigkeiten stehen im Zentrum der Sicherheitsfrage

Starknet verarbeitet Transaktionen mit eigener Infrastruktur, nutzt Ethereum aber weiterhin für bestimmte Sicherheits- und Abwicklungsfunktionen. Dazu zählen nach den vorliegenden Angaben die Datenverfügbarkeit und die zentrale Brücke. Solange diese Komponenten an Ethereum gebunden sind, hängen Änderungen an ihrer Sicherheit teilweise auch von den Upgrades des Ethereum-Netzwerks ab.

Eine unabhängige Layer-1 könnte Entwicklern mehr Spielraum geben, solche Anforderungen selbst festzulegen, statt auf Änderungen bei Ethereum zu warten. Das wäre jedoch nur ein möglicher Vorteil einer umfassenderen Neuordnung: Die konkrete technische Ausgestaltung ist noch offen, und die Abstimmung selbst entscheidet nicht, ob diese Option am Ende umgesetzt wird.

StarkWare verweist zugleich auf die vorhandenen STARK-Beweise als Grundlage für den Schutz vor künftigen Quantenangriffen. Diese Beweise ermöglichen es, die Korrektheit von Berechnungen zu prüfen, ohne jeden Rechenschritt wiederholen zu müssen. Laut StarkWare beruhen sie auf mathematischen Verfahren, die nicht dieselben Annahmen wie herkömmliche elliptische-Kurven-Signaturen verwenden; das Unternehmen beschreibt das System deshalb als gegen Angriffe ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer resistent.

Das bedeutet nicht, dass bereits alle Bestandteile des Netzwerks entsprechend abgesichert sind. Weiterer Handlungsbedarf besteht laut den Projektangaben unter anderem bei der Autorisierung von Konten, der Transaktionsprüfung und den Verbindungen zu anderen Blockchains. Native Account-Abstraktion – bei der Konten über programmierbare Smart Contracts funktionieren – könnte es Entwicklern ermöglichen, quantenresistente Signaturverfahren einzuführen, ohne das gesamte Protokoll auf einmal zu erneuern.

Auch rekursive STARKs und verwandte Ansätze sind Teil der breiteren Debatte über die künftige Blockchain-Architektur. Eine Einordnung zu rekursiven STARKs liefert dafür technischen Kontext; die aktuelle Abstimmung betrifft jedoch konkret Starknets mögliche Abhängigkeit von Ethereum und nicht nur eine einzelne kryptografische Methode.

Nach dem Votum wären weitere Vorschläge nötig

Die Abstimmung läuft sieben Tage ab dem 15. Oktober; ihre Ergebnisse sollen nach Ende der Umfrage sichtbar sein. Ein Ja wäre der Startpunkt für weitere technische Untersuchungen und Governance-Schritte, nicht die letzte Entscheidung über einen Wechsel.

Im nächsten Schritt müssten Entwickler unter anderem darlegen, wie Konsens, Datenverfügbarkeit, Brücken und mögliche Migrationsverfahren gestaltet werden könnten. Auch die Rolle von Validatoren wäre für ein unabhängiges Netzwerk zu klären. StarkWare hält nach den Angaben in der Vorlage unabhängig vom Abstimmungsausgang an der Arbeit zum Schutz vor Quantenrisiken fest.

Damit bleibt die unmittelbare Folge des Votums begrenzt: Es zeigt, ob STRK-Halter zusätzliche Ressourcen für die Prüfung einer eigenständigen Layer-1 befürworten. Ob daraus ein konkreter Entwurf und später ein verbindlicher Entscheid über eine Migration entsteht, ist offen.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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