Chainlink hat mit dem Token LINK ein Achtmonatshoch erreicht, nachdem der Zahlungsdienstleister Bottomline eine Integration mit der Blockchain-Infrastruktur angekündigt hat. Bottomline wickelt jährlich mehr als 16 Billionen US-Dollar an Zahlungen für über 600 Banken ab, LINK legte binnen 24 Stunden um 6,8 Prozent zu.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bottomline integriert Chainlinks CCIP und Runtime Environment für Bankabwicklungen mit 16 Billionen Dollar Jahresvolumen
  • LINK stieg auf 11,88 US-Dollar, ein Plus von 6,8 Prozent binnen 24 Stunden – dennoch 77,5 Prozent unter dem Allzeithoch von 52,88 US-Dollar
  • Banken können weiterhin ISO-20022-Nachrichten über Swift senden, ohne ihre Kernsysteme umzubauen
  • Bisher handelt es sich um einen Proof-of-Concept – konkrete Transaktionsvolumen und teilnehmende Banken sind noch nicht bekannt

Was die Bottomline-Partnerschaft konkret bedeutet

Bottomline zählt laut eigenen Angaben zu den drei größten Swift-Service-Bureaus weltweit und verarbeitet rund 15 Prozent aller internationalen Cross-Border-Transaktionen über Swift. Das Unternehmen, das der Private-Equity-Firma Thoma Bravo gehört, bedient mehr als eine Million Finanzinstitute und Unternehmen in 92 Ländern.

Durch die Integration erhalten Bottomlines Bankkunden Zugang zu Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) und der Runtime Environment (CRE). Banken senden weiterhin Standard-Swift-Nachrichten nach dem ISO-20022-Format, während CCIP im Hintergrund die Verbindung zu öffentlichen und privaten Blockchains herstellt. Wichtig: Es handelt sich aktuell um einen Proof-of-Concept, konkrete Transaktionen im Volumen von 16 Billionen Dollar sind noch nicht auf der Chain gelandet.

Der Kurs von LINK reagierte unmittelbar auf die Nachricht und stieg am 3. September um 6,4 Prozent, einen Tag später lag der Token laut Cryptopolitan bei 11,88 US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent binnen 24 Stunden – gleichzeitig bleibt LINK aber noch rund 77,5 Prozent unter seinem historischen Hoch von 52,88 US-Dollar.

  • Zirkulierende Menge: etwa 748 Millionen LINK von maximal 1 Milliarde Token
  • Reserve: mehr als 5 Millionen LINK werden über die Payment-Abstraction-Mechanik im Netzwerk gehalten

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Token durch die Ankündigung von Charles Schwab, LINK neben SOL und AVAX bald auf Schwab Crypto zu listen – mehr dazu in unserem Artikel zu Schwabs Krypto-Erweiterung.

Bottomline unterscheidet sich von anderen institutionellen Chainlink-Projekten durch die reine Reichweite. Die DTCC nutzt die CRE für ihre Collateral AppChain, während Project Pangea 37 europäische und über zehn koreanische Banken mit zusammen rund 10 Billionen Dollar verwalteten Vermögenswerten für T+0-Devisenabwicklungen einbindet. Bottomline bringt dagegen den Zugang zu einem bereits etablierten Zahlungsnetz mit 600 Banken, 1.200 Finanzinstituten und 10.000 Unternehmen mit.

Colin Swain, Global Head of Product for Corporate Solutions bei Bottomline, hatte bereits im Juli im Rahmen einer Stablecoin-Ankündigung betont, dass die Akzeptanz davon abhängt, ob Finanzteams neue Zahlungsformen mit derselben Transparenz, Kontrolle und Governance verwalten können, die sie von bestehenden Zahlungsmethoden gewohnt sind. Diese Aussage erklärt, warum Blockchain-Anbindung zunehmend als Infrastrukturfrage behandelt wird statt als reines Geschwindigkeitsexperiment.

Größerer Kontext: Tokenisierung als Wachstumsmarkt

Der Ausblick von J.P. Morgan für 2026 geht davon aus, dass grenzüberschreitende Zahlungen von 194 Billionen Dollar im Jahr 2024 auf 320 Billionen Dollar bis 2032 wachsen, während 93 Prozent der Finanzinstitute ihre Zahlungssysteme überarbeiten. Die BIS zeigte im Rahmen von Project Agorá zudem, dass atomare Abwicklung mit tokenisierten Zentralbankreserven grundsätzlich funktioniert – Interoperabilität bleibt aber die zentrale Hürde, unabhängig davon, welche Form tokenisierten Geldes sich durchsetzt. Hintergründe zu tokenisierten Anleihen und Onchain-Repo-Märkten liefert unser Beitrag zu tokenisierten Staatsanleihen.

Worauf Anleger jetzt achten sollten

Weder Bottomline noch Chainlink haben bislang konkrete Bankpartner, Transaktionsvolumen oder Gebührenmodelle offengelegt. Der eigentliche Test steht noch aus: der Übergang von Proof-of-Concept-Pilotprojekten zur echten Live-Abwicklung.

  • Nächste Meldungen: Bekanntgabe konkreter Bankpartner oder erster Live-Transaktionen
  • Technische Marke: Ob LINK das Achtmonatshoch halten kann, analysiert unsere Chainlink-Prognose zum aktuellen Ausbruch
  • Regulatorisch: Swifts ISO-20022-Vorgaben ab dem 14. November könnten weitere Banken zur Blockchain-Anbindung bewegen

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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