MSCI wendet ab dem 30. November neue Regeln für seine globalen Aktienindizes an, die Strategy als Bitcoin-Treasury-Unternehmen den Indexplatz kosten könnten. Fonds, die betroffene MSCI-Indizes nachbilden, müssten im Fall eines Ausschlusses ihre Aktien verkaufen; die endgültige Liste soll am 11. November erscheinen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • MSCI schließt nicht-operative Unternehmen ab dem 30. November grundsätzlich von seinen Global Investable Market Indexes aus.
  • Strategy und Metaplanet könnten betroffen sein; ein Ausschluss steht aber noch nicht fest.
  • Die finale Liste der betroffenen Unternehmen soll MSCI am 11. November veröffentlichen.

Wie MSCI die Unternehmen prüft

Der Indexanbieter will sogenannte nicht-operative Unternehmen künftig als nicht zugelassen für seine Global Investable Market Indexes einstufen. Die Regel gilt zum Schluss des 30. November im Rahmen der November-Indexüberprüfung. MSCI hatte die Änderung im August vorgeschlagen und nun mit geringfügigen Anpassungen beschlossen, wie Decrypt berichtet.

Im Mittelpunkt steht, ob ein Unternehmen über wesentliche operative Vermögenswerte verfügt oder finanziell eher einem passiven Anlagevehikel ähnelt. Nach einer ersten Grundprüfung folgt ein Ausschlusstest mit fünf Finanzkennzahlen. Ein Unternehmen wird als nicht zugelassen eingestuft, wenn es bei mindestens vier dieser fünf Prüfungen auffällt. Die konkreten Schwellenwerte sind in den hier zugrunde liegenden Angaben nicht aufgeführt.

Für bereits im Index enthaltene Unternehmen gelten Übergangsregeln: Sie müssen die Prüfung in beiden jüngsten jährlichen Berichtszeiträumen nicht bestehen, bevor eine Entfernung erfolgt. Neue Kandidaten werden dagegen ausgeschlossen, wenn sie in einem der letzten beiden Zeiträume durchfallen. MSCI will die endgültige Liste am 11. November veröffentlichen. Die MSCI-Prüfung von Strategy und Metaplanet betrifft damit zunächst eine mögliche Aufnahme beziehungsweise den Verbleib im Index, nicht einen bereits vollzogenen Ausschluss.

Die Änderung beendet zugleich eine vorläufige Ausnahmeregelung aus dem Jahr 2025. Unternehmen, deren digitale Vermögenswerte mindestens die Hälfte ihrer Gesamtaktiva ausmachen, werden künftig ebenfalls nach der neuen Methodik beurteilt. Damit richtet sich der Test unter anderem gegen Firmen, deren Bilanz stark von einem einzelnen Vermögenswert geprägt ist.

Warum Strategy und passive Fonds betroffen sein könnten

Strategy gilt als Vorreiter des Bitcoin-Treasury-Modells und hält nach den Angaben der Primärquelle Hunderttausende Bitcoin. Wenn MSCI die Aktie aus einem Index entfernt, müssten Fonds, die diesen Index nachbilden, ihre Bestände anpassen und die betroffenen Aktien verkaufen. Das könnte den Kurs belasten und zugleich den Aufschlag verringern, zu dem solche Unternehmen gegenüber dem Wert ihrer Krypto-Bestände gehandelt werden.

Ein solcher Verkauf wäre eine Folge der Indexbindung dieser Fonds, ist aber noch nicht beschlossen: Erst die finale Liste zeigt, welche Unternehmen tatsächlich betroffen sind. Strategy hat während der laufenden Indexdebatte weiter Bitcoin gekauft. Der wachsende Bestand macht die Bilanzstruktur für die Prüfung relevant; Hintergrund zu Strategys Bitcoin-Bestand verdeutlicht, wie stark das Geschäftsmodell auf diesem Vermögenswert beruht.

Strategy wehrt sich, Entscheidung folgt im November

Strategy-Gründer Michael Saylor und CEO Phong Le forderten MSCI auf, den geplanten Eignungstest zurückzunehmen. In einem Schreiben stellten sie die Methodik als unfair und fehlgeleitet dar und argumentierten, sie richte sich gezielt gegen Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten. MSCI hat die Regeln dennoch finalisiert.

Michael Saylor spricht bei einer Keynote-Präsentation auf einer Bühne.
Michael Saylor bei der MicroStrategy World in Barcelona 2013 – Foto: microstrategy / CC BY 2.0

Auch Metaplanet könnte unter die neue Prüfung fallen. Das Unternehmen verkaufte laut Primärquelle kürzlich 10.000 Bitcoin und kaufte anschließend 11.000 zurück, um aktives Management seiner Treasury zu demonstrieren. Die neue Methodik erfasst neben Strategy damit auch weitere Unternehmen, ohne dass ihr Ausschluss bereits feststeht.

Der nächste konkrete Termin ist der 11. November 2026: Dann soll MSCI die betroffenen Firmen benennen. Wirksam wird die Methodik zum Börsenschluss am 30. November. Erst die veröffentlichte Liste zeigt, ob Strategy, Metaplanet oder weitere Kandidaten tatsächlich aus den Indizes entfernt werden.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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