Solana will mit Alpenglow nicht die Ausführung von Transaktionen umbauen, sondern die Einigung der Validatoren über Blöcke beschleunigen. Das für Mittwoch, den 21. Oktober 2026, angekündigte Mainnet-Upgrade soll die Finalität von derzeit rund 12,8 Sekunden auf etwa 150 Millisekunden senken. Der Wert ist ein Ziel, kein bereits im Mainnet bestätigtes Ergebnis.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Aktivierung ist für den 21. Oktober gegen 15:00 Uhr UTC zu Beginn von Epoch 1064 geplant.
  • Alpenglow soll TowerBFT durch das neue Abstimmungssystem Votor ersetzen und Finalität in etwa 150 Millisekunden ermöglichen.
  • Der Live-Wechsel hängt von koordinierter Validator-Beteiligung und vorbereiteter Software ab; während der Übergangsphase kann die Transaktionsaufnahme kurz pausieren.

Votor soll die Finalität verkürzen – nicht die Blockzeit

Anza kündigte den Termin am 13. Oktober an. Die Aktivierung soll gegen 15:00 Uhr UTC zum Start von Epoch 1064 beginnen. Alpenglow ersetzt dabei TowerBFT, Solanas bisheriges Konsensverfahren, durch Votor: Validatoren tauschen ihre Stimmen direkt aus und bündeln sie zu kryptografischen Zertifikaten. Damit sollen Blöcke nach einer oder zwei Abstimmungsrunden endgültig werden.

CryptoSlate beziffert die bisherige Finalität auf etwa 12,8 Sekunden und das angestrebte neue Niveau auf rund 150 Millisekunden – eine mögliche Reduktion um nahezu 99 Prozent. Die tatsächliche Dauer hängt jedoch von den Netzwerkbedingungen, der Beteiligung der Validatoren und der nötigen Zahl an Abstimmungsrunden ab. Die geplante Verkürzung ist deshalb nicht mit einer garantierten Abwicklungszeit gleichzusetzen.

Auch die Blockzeit ist davon zu unterscheiden: Sie wurde zuvor separat auf etwa 200 Millisekunden reduziert. Eine kürzere Zeit bis zur Finalität bedeutet also nicht, dass Solana in diesem Takt neue Blöcke produziert. Die Unterschiede zwischen Blockzeit und Finalität bei Solana sind für die Einordnung der Leistungsziele entscheidend.

Der Übergang erfolgt nicht unmittelbar mit dem Start der Epoch. Laut CryptoSlate soll TowerBFT noch etwa 5.000 Slots – rund 18 Minuten – weiterlaufen, bevor Solana den Wechsel zu Votor versucht. Während dieser Übergangsphase werden Transaktionen kurzzeitig nicht in Blöcke aufgenommen; anschließend soll die normale Verarbeitung wieder einsetzen.

Anwendungen sollen weiterlaufen, aber Kennzahlen können sinken

Für Nutzer und bestehende Anwendungen ändert sich die Transaktionsausführung nicht. Programme müssen demnach grundsätzlich nicht umgeschrieben werden. Der Eingriff betrifft die Konsensschicht darunter: Sie legt fest, wann das Netzwerk eine Transaktion als endgültig behandelt.

Kürzere Finalität kann bei Zahlungen, Handelsplattformen und tokenisierten Vermögenswerten relevant sein. Zahlungsanbieter könnten überwiesene Gelder früher als abgewickelt behandeln; Trading-Plattformen könnten nachgelagerte Schritte schneller ausführen, wenn diese von einer endgültigen Abwicklung abhängen. Schnelleres Settlement ist auch bei atomaren Transaktionen mit Solana ein wichtiger technischer Baustein.

Eine weitere Folge betrifft die ausgewiesenen Transaktionszahlen. Validator-Abstimmungen werden künftig nicht mehr als gewöhnliche Blockchain-Transaktionen erfasst. Dadurch kann die gemeldete Gesamtzahl sinken, ohne dass die Aktivität der Nutzer entsprechend zurückgeht. Zeitreihen und Kennzahlen, die Abstimmungen bisher mitgezählt haben, müssen daher neu eingeordnet werden.

Validatoren müssen vorbereitet sein – Mainnet bleibt der entscheidende Test

Der technische Knackpunkt ist der Austausch des Konsenssystems, während Solana weiterläuft. Für einen gemeinsamen Startpunkt müssen Validatoren, die mindestens 82 Prozent des gestakten SOL repräsentieren, ein Genesis-Zertifikat signieren. Das macht die koordinierte Beteiligung zu einer zentralen Voraussetzung für den Übergang.

Zudem müssen Validatoren Software auf Basis von Agave 4.3.0 einsetzen. Firedancer und Frankendancer werden während der Migration nicht unterstützt. Betreiber benötigen außerdem mindestens 0,8 SOL zusätzlich zu ihrem rent-exempt balance, also dem Mindestguthaben, das für den Betrieb des betreffenden Kontos gebunden bleiben muss. Dieser Betrag deckt eine neue Teilnahmegebühr ab; wird sie nicht bezahlt, kann der Validator in der folgenden Epoch weder abstimmen noch Blöcke produzieren.

Alpenglow wurde bereits auf Testnet und Devnet eingesetzt. Diese Probeläufe sind ein Vorbereitungsschritt, belegen aber nicht, dass die Live-Migration unter Mainnet-Bedingungen reibungslos verläuft. Für Delegatoren ist deshalb relevant, ob ihr Validator die erforderliche Software nutzt und bei der Umstellung teilnehmen kann; mögliche Ausfälle betreffen zunächst die Validator-Leistung und nicht die unveränderte Transaktionsausführung der Anwendungen.

Am 21. Oktober werden vor allem die Unterzeichnung des Genesis-Zertifikats, die kurze Unterbrechung der Transaktionsaufnahme und die Rückkehr zum regulären Blockbetrieb überprüfbar sein. Danach zählt, ob das Mainnet wiederholt Finalität nahe 150 Millisekunden erreicht. Rotor, der zweite Alpenglow-Baustein zur Überarbeitung der Blockverteilung, ist als spätere Komponente vorgesehen; einen Termin nennt CryptoSlate nicht.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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