Die Bestände in 699 XRP-Börsen-Wallets stiegen innerhalb von drei Tagen um 83,94 Millionen Token, während XRP am 15. Oktober bei rund 1,32 US-Dollar notierte. Die Daten zeigen einen Anstieg der erfassten Verwahrbestände – aber nicht, dass die Token zum Verkauf bereitstanden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die gleichen 699 Wallets auf 24 Börsen verzeichneten vom 13. bis 15. Oktober einen Zuwachs von 83,94 Millionen XRP.
  • Binance-bezogene Wallets stellten mit 54,61 Millionen XRP den größten positiven Beitrag zum separaten Wochenanstieg.
  • Wallet-Bestände belegen weder Verkaufsabsichten noch ein entsprechendes Angebot im Orderbuch.

XRP-Bestände steigen in drei Tagesmessungen

Der Tracker XRP Insights erfasste die Veränderung in denselben 699 öffentlich zugeordneten Wallets bei 24 Börsen. Die täglichen Zuwächse lagen bei 17,75 Millionen XRP am 13. Oktober, 35,21 Millionen am 14. Oktober und 30,98 Millionen am 15. Oktober.

Eine goldene Münze mit dem XRP-Logo, die wie eine Armbanduhr am Handgelenk getragen wird.
Eine physische XRP-Repräsentation als Armbanduhr. – Foto: digicloudmedia / CC BY 2.0

Zusammen nahm der Bestand von rund 21,973 Milliarden auf 22,057 Milliarden XRP zu – ein Plus von 0,38 Prozent. Der jüngste Datenstand stammt vom 15. Oktober um 08:01 Uhr UTC; laut Tracker kamen im betrachteten Zeitraum keine Wallets oder Börsen neu hinzu.

Damit lässt sich der Zuwachs nicht einfach mit einer Erweiterung der erfassten Wallet-Liste erklären. Er bleibt jedoch eine Veränderung von Ledger-Salden: Die Daten beweisen weder Kundeneinzahlungen noch, dass die XRP auf Handelsplattformen zum Verkauf angeboten wurden.

Kurs nahe 1,30 US-Dollar, doch Umsatz ist kein Verkaufssignal

Eine Kursanzeige von CryptoSlate wies XRP am 15. Oktober gegen 14:56 Uhr UTC mit rund 1,32 US-Dollar aus. Der dort angegebene Tagesgewinn betrug 0,89 Prozent, der gemeldete 24-Stunden-Umsatz etwa 3,12 Milliarden US-Dollar. Das ordnet die Wallet-Daten in die Kursregion um 1,30 US-Dollar ein, bestätigt aber keinen Rückgang exakt auf diese Marke.

Auch das Handelsvolumen beantwortet nicht, ob Verkäufer gezielt Kauforders bedienten. Es fasst die Marktaktivität zusammen, stellt aber keine Verbindung zwischen einzelnen Transaktionen und den beobachteten Wallet-Veränderungen her. Für eine Einordnung als Verkaufsdruck wären Daten zu Verkäufer-initiierten Spotgeschäften auf denselben Börsen nötig.

Binance führt den Wochenanstieg an – nächste Prüfung im Spotmarkt

In einem gesonderten Sieben-Tage-Vergleich vom 8. bis 15. Oktober meldete XRP Insights einen Zuwachs von 82,35 Millionen XRP beziehungsweise 0,37 Prozent in denselben Wallets. Binance-bezogene Adressen trugen dazu 54,61 Millionen XRP bei. Die Wochenzahl überschneidet sich mit den drei Tagesveränderungen und darf daher nicht zum 83,94-Millionen-Plus addiert werden.

Weitere positive Beiträge kamen von Upbit mit 11,58 Millionen XRP, Kraken mit 9,17 Millionen, Coinbase mit 8,09 Millionen und Bithumb mit 5,81 Millionen. Gegenläufig waren unter anderem Bybit mit minus 4,22 Millionen sowie SBI VC Trade und Bitfinex mit jeweils rund minus 3,4 Millionen XRP. Uphold verzeichnete ein Minus von 3,04 Millionen.

Der Tracker berücksichtigt heiße Wallets, Einzahlungsadressen und Cold Storage. Börsenkontrollierte Adressen können außerdem Kundenguthaben und institutionelle Verwahrung bündeln; rund 480,2 Millionen XRP ordnet der Datensatz Wrapped-Token-Reserven oder anderen Beständen zu. Der gemessene Gesamtbestand ist deshalb nicht mit sofort verkäuflichen Token gleichzusetzen.

Entscheidend ist nun, ob die Bestände in denselben Wallets weiter steigen und zugleich Verkäufer Spotorders ausführen. Eine Umkehr der Salden oder eine nachvollziehbare Verwahrungsverschiebung würde die Interpretation als zusätzliches Verkaufsangebot dagegen schwächen. Handelsplatzspezifische Definitionen der Transaktionsseite sind dabei wichtig: Eine Kennzeichnung kann sich auf die ruhende Order beziehen und nicht unmittelbar auf die angreifende Seite.

Auch XRP-Zuflüsse auf Binance sind nur im jeweiligen Messfenster und zusammen mit den Handelsdaten einzuordnen. Der nächste aussagekräftige Vergleich muss deshalb Wallet-Veränderungen und Verkäufer-initiierten Spot-Handel für dieselben Börsen über einen klar abgegrenzten Zeitraum zusammenführen.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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