US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs haben am 18. September Nettozuflüsse in Höhe von 433 Millionen US-Dollar verzeichnet, nachdem am Vortag bereits 159,5 Millionen Dollar hinzugekommen waren. Devere-Group-CEO Nigel Green wertet die Erholung als Zeichen dafür, dass institutionelles Kapital die Kontrolle über den Markt zurückgewonnen hat.

Das Wichtigste im Überblick:

  • US-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 18. September Zuflüsse von 433 Millionen Dollar, angeführt von BlackRocks IBIT.
  • Zusammen mit 159,9 Millionen Dollar vom 14. September glichen die Zuflüsse Abflüsse von 746,3 Millionen Dollar am 15. und 16. September nur knapp aus.
  • Über fünf Handelstage ergibt sich laut Farside ein Nettozufluss von rund 6,1 Millionen Dollar.
  • Devere-CEO Nigel Green sieht in den Zuflüssen ein Signal für geduldiges, längerfristig orientiertes institutionelles Kapital.

US-Bitcoin-ETFs melden 433 Millionen Dollar Zuflüsse

Die Zahlen markieren eine spürbare Trendwende nach einer schwierigen Woche. Am 15. und 16. September hatten Bitcoin-ETFs zusammen 746,3 Millionen Dollar an Abflüssen verzeichnet – ein Rückschlag, der durch die Zuflüsse vom 14. September (159,9 Millionen Dollar) sowie vom 17. und 18. September nur knapp kompensiert wurde. In Summe ergab sich über die fünf Handelstage laut gerundeten Farside-Daten ein Nettozufluss von etwa 6,1 Millionen Dollar.

BlackRocks IBIT führte die Erholung am Donnerstag an, nachdem der Fonds zuvor unter Druck gestanden hatte. Mehr Details zur Wirkung solcher Zuflüsse auf den Kurs liefert die Einordnung zu Bitcoin-ETF-Zuflüssen und der Kursentwicklung auf 80.000 Dollar. Ether- und XRP-Fonds konnten sich der Erholung dagegen nicht anschließen und verzeichneten weiterhin Abflüsse.

Bitcoin und weitere Krypto-Märkte reagieren uneinheitlich

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte Bitcoin bei 85.478 Dollar, ein Plus von 4,43 Prozent, während Ether bei 2.732 Dollar lag und 2,47 Prozent zulegte. Die parallele Entwicklung von Kurs und ETF-Flows liefert einen Anhaltspunkt, ersetzt aber keinen Kausalitätsnachweis.

Auffällig bleibt die Divergenz zwischen den Anlageklassen: Während Bitcoin-Produkte wieder Zulauf erhielten, verloren Ether- und XRP-ETFs weiter Kapital. Das deutet darauf hin, dass sich die erneute Nachfrage nach Bitcoin bislang nicht in konsistente Käufe über den breiteren Krypto-ETF-Markt übertragen hat.

Devere-Chef sieht institutionelle Nachfrage als Stütze

Nigel Green argumentiert, dass Käufe über regulierte Anlageprodukte eine Verschiebung hin zu längerfristigem Besitz signalisieren. Er verweist darauf, dass wöchentlich Milliarden in regulierte Bitcoin-Produkte fließen und beschreibt dieses Kapital als geduldig und auf Verbleib ausgerichtet – ein anderes Kaliber als die gehebelte Spekulation früherer Kursanstiege. Wie sich institutionelle Kapitalströme grundsätzlich auf den Bitcoin-Zyklus auswirken, ordnet die Analyse zu institutionellen Strömen und dem Bitcoin-Zyklus ein.

Greens Einschätzung bleibt eine Marktprognose, keine unabhängig verifizierte Bestätigung, dass sämtliche Zuflüsse tatsächlich von institutionellen Adressen stammen. Sie liefert dennoch eine plausible Lesart für die Trendwende bei den ETF-Daten.

Zinsen und Regulierung bleiben Gegenkräfte

Green stellt Bitcoins fixes Angebot von 21 Millionen Coins den steigenden Staatsschulden und dem Balanceakt der Zentralbanken gegenüber. Gleichzeitig hat die Federal Reserve am 16. September ihren Leitzins-Zielkorridor einstimmig auf 3,75 bis 4 Prozent angehoben und die Inflation als erhöht bezeichnet – höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Bitcoin, das selbst keine Zinsen abwirft.

Auf regulatorischer Seite bleibt ein Rückschlag zu vermelden: Am 15. September scheiterte im US-Senat der Versuch, den CLARITY Act mit den erforderlichen 60 Stimmen zur Plenardebatte vorzubringen. Green sieht in klareren Regeln dennoch das Potenzial, Pensionsfonds und Vermögensverwalter zu größerem Engagement zu bewegen, räumt aber ein, dass Volatilität und Kursrückgänge vorerst anhalten dürften.

Welche ETF-Daten als Nächstes wichtig werden

Entscheidend wird sein, ob die Zuflüsse nach dem 18. September stabil positiv bleiben oder erneut von Abflusstagen unterbrochen werden. Ebenso relevant ist, ob sich die Nachfrage von Bitcoin-Produkten auf Ether- und XRP-Fonds ausweitet, die zuletzt weiterhin Kapital verloren.

Auf regulatorischer Ebene lohnt sich der Blick auf einen möglichen neuen Vorstoß für eine klare US-Marktstruktur, nachdem der CLARITY Act im Senat vorerst gescheitert ist. Bis dahin bleibt Greens These von der Bodenbildung ein begründeter, aber nicht abschließend bewiesener Ausblick.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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